DMX512 in einer Minute
DMX512 ist das Standardprotokoll, mit dem Lichtpulte seit Jahrzehnten Bühnenbeleuchtung steuern: Spots, Moving Heads, LED-Wände. Es ist ein offener Standard, also spricht ihn jedes Lichtpult, und kein Hersteller hat darauf ein Monopol. Ein DMX-Universum umfasst 512 Kanäle, und jeder Kanal trägt einen Wert von 0 bis 255. Ein Armband, das über DMX läuft, hört also auf dieselbe Art von Befehlen wie der Rest des Lichtplans.
Genau deshalb haben wir unsere Armbänder auf DMX512 aufgebaut. Für einen Lichttechniker sind die Armbänder einfach zusätzliche Kanäle in der bestehenden Showdatei. Es gibt keine eigene Software zu lernen, kein geschlossenes System, das neben dem Pult läuft. Mehr zu dieser Entscheidung auf unserer Technologieseite.
Vom Pult zum Handgelenk: die Signalkette
Die Kette ist kurz. Das Lichtpult sendet DMX-Werte an unseren Controller. Der Controller übersetzt diese Werte in ein Funksignal und sendet es über den Saal. Jedes Armband empfängt dieses Signal und setzt es in Farbe, Helligkeit und Effekt um. Weil alle Armbänder dasselbe Signal im selben Moment erhalten, bewegen sie sich synchron: ein Befehl, ein Publikum.
Bei der Miete ist der Controller standardmäßig im Paket. Das Lichtpult kommt von der Location oder von Ihrem eigenen Lichttechniker; haben Sie keinen, fährt unser Operator die Show.
Zonen und Gruppen: das Publikum aufteilen
Richtig interessant wird die Steuerung, wenn Sie das Publikum in Zonen aufteilen. Eine Zone ist eine Gruppe von Armbändern, die auf einen eigenen Kanalsatz hört. So können Sie eine Tribüne separat ansteuern, jedem Team auf einer Firmenfeier eine eigene Farbe geben oder Ticketkategorien unterscheiden. Anzahl und Aufteilung der Zonen sind konfigurierbar und werden im Voraus festgelegt, meist auf Basis Ihres Saalplans und der Art, wie Sie die Armbänder verteilen.
Wie Zonen am Lichtpult erscheinen
Jede Zone erhält einen eigenen Adressbereich innerhalb des Universums. Am Pult legen Sie pro Zone ein Fixture an (oder ein Fixture mit mehreren Zellen) und programmieren Cues wie für jeden anderen Scheinwerfer: Farbe, Intensität, Fadezeiten. Eine Welle durch den Saal ist dann nichts anderes als ein Chase über die Zonen mit einer kleinen Verzögerung pro Schritt.
Bei einem Lichtfestival mit 51.000 Besuchern bekam jede Zone eine eigene Farbe, sodass das Gelände selbst Teil der Lichtshow wurde. Bei einer Produktpräsentation oder einem Networking-Event nutzen Sie dasselbe Prinzip, um Gruppen sichtbar zu machen.
Timecode und Synchronisation mit Video und Musik
Sollen die Armbänder exakt auf den Beat oder auf ein Videobild reagieren, arbeiten Sie mit Timecode. Das Lichtpult folgt einem Timecode (etwa SMPTE oder MIDI-Timecode), den die Audio- oder Videoregie ausgibt, und die Cues für die Armbänder hängen an dieser Zeitleiste. Das Ergebnis ist eine Show, die jedes Mal identisch läuft, egal wer am Pult sitzt.
Für Naos International lief auf diese Weise eine einzige timecode-gesteuerte Show in 40 Ländern. Weil die Steuerung auf einem offenen Standard basiert und die Show an einer Zeitleiste hängt, konnte dieselbe Show immer wieder mit derselben Präzision abgespielt werden.
Pre-Visualisierung: die Show sehen, bevor sie existiert
Eine Lichtshow mit Tausenden Armbändern möchten Sie nicht zum ersten Mal während des Events sehen. Deshalb simulieren wir die Show vorab in einem Pre-Visualizer: Jede Zone, jede Farbe und jeder Übergang wird am Bildschirm durchgespielt. Sie und Ihr Lichttechniker wissen so genau, was das Publikum sehen wird, und Anpassungen passieren, bevor das erste Armband aufleuchtet, nicht danach.
Integration mit dem Lichtpult der Location
Weil alles über DMX512 läuft, funktioniert die Steuerung mit dem Lichtpult, das ohnehin vor Ort steht. In der Praxis läuft das so: Der Haustechniker reserviert ein Universum (oder einen Teil davon) für die Armbänder, unser Controller wird an diese Linie angeschlossen, und die Fixtures für die Zonen werden in die Showdatei aufgenommen. Danach programmiert der Lichttechniker die Cues, oder unser Operator übernimmt das. Kein Vendor-Lock-in: Sie sind an keine bestimmte Pultmarke oder Software gebunden.
Checkliste für Ihren Technical Rider
Diese Punkte möchten wir gerne im Voraus wissen oder gemeinsam mit Ihnen in den Technical Rider des Events aufnehmen:
- Marke und Typ des Lichtpults, und ob ein Universum (oder ein Teil davon) für die Armbänder verfügbar ist.
- Verfügbarer DMX-Anschluss an der Regieposition: 5-Pin- oder 3-Pin-XLR, oder Netzwerk wie Art-Net oder sACN.
- Saalplan mit gewünschter Zonenaufteilung und der Art, wie die Armbänder verteilt werden.
- Timecode-Quelle, falls die Show mit Video oder Musik synchron läuft, und wer sie ausgibt.
- Übersicht anderer Funksysteme im Saal (WLAN, In-Ears, Intercom).
- Wer die Show programmiert und fährt: der eigene Lichttechniker oder unser Operator.
- Standort und Stromversorgung für den Controller, mit Sicht auf den Saal.
- Momente im Programm, in denen die Armbänder eine Rolle spielen, für das Ablaufskript.



